Alle Artikel von: Angelika Weinfurtner-Eberle

Viktor E. Frankl über „existentielle Frustration“

„[Und ] zwar denke ich an die Sonntagsneurose, eine Depression, welche jene Menschen befällt, die der Inhaltsleere ihres Lebens bewußt werden, wenn am Sonntag die wochentägliche Betriebsamkeit sistiert und das existentielle Vakuum in ihnen aufbricht.

Für gewöhnlich freilich ist die existentielle Frustration keine manifeste, sondern eine latente. Das existentielle Vakuum kann auch larviert, maskiert bleiben, und wir kennen diverse Masken, hinter denen sich das existentielle Vakuum verbirgt. Denken wir bloß an die sogenannte Manager’s Disease, die Krankheit der Manger, die sich aus ihrer Arbeitswut heraus in die Betriebsamkeit hineinstürzen, wobei der Wille zur Macht – um nicht zu sagen seine primitivste und banalste Ausprägung: der ‚Wille zum Geld‘ – den Willen zum Sinn verdrängt.

Aber es gibt nicht nur eine Manager’s, sondern, wie ich sie nennen möchte, auch eine Mrs. Manager’s Disease. […] All diese Menschen sind auf der Flucht vor sich selbst, indem sie sich einer Form der Freizeitgestaltung hingeben, die ich als zentrifugal bezeichnen möchte und gegenüberstellen einer solchen, die den Menschen nicht nur Gelegenheiten zur Zerstreuung, sondern auch solche zur inneren Sammlung zu geben versucht. […]

Ich halte das beschleunigte Tempo des Lebens von heute für einen, wenn auch vergeblichen Selbstheilungsversuch der existentiellen Frustration; denn je weniger der Mensch um ein Lebensziel weiß – nur desto mehr beschleunigt er auf seinem Lebensweg das Tempo. […]

Das Bekümmertsein um so etwas wie die Sinnhaftigkeit menschlichen Daseins, auch das Zweifeln an ihr, ja sogar das Verzweifeltsein im Hinblick auf eine vermeintliche Sinnlosigkeit menschlicher Existenz ist nun keineswegs ein krankharter Tatbestand, ein pathologisches Phänomen […]. Denn die Sorge um den Sinn seiner Existenz zeichnet ja den Menschen als solchen aus […], und wir dürfen dieses Menschliche – mehr als dies: dieses Allermenschlichste am Menschen – nicht zu etwas bloß allzu Menschlichem machen, beispielsweise zu einer Schwäche, zu einer Krankheit, zu einem Symptom, zu einem Komplex.“

Buchtipp: „Der kleine Krisenkiller“ von Jens Förster

Der kleine Krisenkiller: 12 Wege, schwierige Lebenssituationen zu meistern„Der kleine Krisenkiller – 12 Wege, schwierige Lebenssituationen zu meistern“ ist der ideale Begleiter für Menschen, die in einer beruflichen, persönlichen oder gesundheitlichen Krise stecken.

„Was kann man tun, wenn es einen hart trifft? Wenn das Schicksal zuschlägt? Wenn einem der Arsch auf Grundeis geht? (…) Wenn eine Tür zught, geht eine andere auf.“

Hinweis: Vorpremiere – „DIE STILLE REVOLUTION“

Am 21. November 2017 findet in München die Vorpremiere zum Film „DIE STILLE REVOLUTION“ statt. Es handelt sich dabei um einen Film über den Kulturwandel in der Arbeitswelt, den sich viele so sehr erhoffen. Kinostart ist in 2018. Ehrengast der Filmvorführung mit anschließender Podiumsdiskussion ist Pater Anselm Grün. (Hier geht’s zum Trailer.) Interessenten können hier auf Eventprite Karten erstehen.

Burnout als Massenphänomen? Der Fehlzeitenreport 2017

Die AOK veröffentlichte letzte Woche den aktuellen Fehlzeitenreport. Danach fühlen sich immer mehr Arbeitnehmer psychisch und physisch ausgebrannt: „Fehltage aufgrund psychischer Erkrankungen sind in den letzten 10 Jahren konstant gestiegen, sie nahmen um 79,3  Prozent zu.“

Die Folgen für Betroffene, deren Umfeld und die Wirtschaft sind drastisch, denn die „Erkrankungen führten […] zu langen Ausfallzeiten. Mit 25,7 Tagen je Fall dauerten sie mehr als doppelt so lange wie der Durchschnitt mit 11,7 Tagen je Fall.“

Hier geht’s zur AOK-Pressemeldung. Und hier zum Fehlzeitenreport 2017.

„Your Way 2 Life“ feiert 5-jähriges Jubiläum

Heute vor fünf Jahren gründeten wir unsere Münchner Selbsthilfegruppe „Yourway 2 Life“. Was damals in einer ganz kleinen Runde begann, wuchs – dem alarmierenden allgemeinen Gesundheitstrend folgend – zügig zu einer großen Runde. Seither haben wir als selbst Betroffene sehr vielen anderen Betroffenen eine Anlaufstelle in den schwierigen und turbulenten Zeiten gegeben, die eine persönliche Burnout-Krise meist bedeutet.

Unser Ziel ist, auch in den nächsten Jahren für von Burnout betroffene Menschen da zu sein und dazu beizutragen, dass wir gemeinsam mit unserem privaten und beruflichen Umfeld zu einem guten, gesunden Umgang mit der Erschöpfungssituation finden.

Herzlichen Dank an alle, die uns auf unserem Weg begleitet und unterstützt haben. Allen voran bedanken wir uns bei den Teilnehmerinnen und Teilnehmern, die sich in der Gruppe engagieren. Ein weiterer großer Dank geht ans Team vom Selbsthilfenzentrum München, das uns von Beginn an Domizil gibt und uns stets mit Rat und Tat zur Seite steht.

Buchtipp: „Machen Sie doch, was Sie wollen!“ von Maja Storch

Bildergebnis

„Viele Menschen wissen nicht, was Sie wollen. Und es ist auch gar nicht so einfach, herauszufinden, was man wirklich will. Oft werden unsere Entscheidungen oder sogar ganze Lebensstile von dem bestimmt, was die Eltern, die Freunde, die Medien oder der Zeitgeist und „zuflüstern“. Überall lauern Lebensentwürfe, die wir nicht selbst erfunden haben und die auch nicht zu uns passen. Manchmal sind diese Entwürfe gar nicht so schlecht, einige haben sogar einen wahren Kern. Oft sind sie aber so falsch, dass sie keinesfalls für uns in Frage kommen. Und Tatsache ist: Nur wenn Sie wissen, was Sie wollen und das auch tun, sind Sie zufrieden und frei.
In diesem Buch zeigt ein kleiner Wurm, wie Sie Ihr Leben so leben können, dass es zu Ihnen passt.“

Maja Storch ist Dipl.-Psychologin und arbeitet am ZRM-Research an der Universität Zürich.

Eine einfach zu lesende, sehr humorvoll geschriebene und professionell verständliche Lektüre zum Thema Selbstmanagement.

 

Psychologie heute: „Warum hilft es, „mal darüber zu reden““

Wenn man traurig ist oder eine Wut im Bauch hat, ist es gut, darüber zu reden oder sich via Brief oder Tagebuch den Frust von der Seele zu schreiben. Die meisten Menschen werden bestätigen: Diese Therapie hilft. Sobald man eine ungute Emotion in Worte fasst, schwächt sie sich ab, und alles scheint nur noch halb so schlimm. Aber warum ist das so, und was geht dabei im Gehirn vor sich? (…)

Erfahren Sie mehr hier.

 

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